Motorsegelfliegen

Wie der Name es schon sagt, handelt es sich bei Motorseglern im ursprünglichen Sinne um motorisierte Segelflugzeuge. Grundsätzlich unterscheidet man heute zwei Arten von Motorseglern: zum einen Reisemotorsegler und zum anderen Segelflugzeuge mit Hilfsantrieb.

Reisemotorsegler verfügen über ein fest eingebautes Triebwerk und sehen, mit Ausnahme ihrer großen Spannweite, Motorflugzeugen sehr ähnlich. Unser Falke SF25 C2000 (D-KIOB) und unsere im Frühjahr 2003 erworbene Super Dimona HK 36 (D-KAGL) sind solche Reisemotorsegler. Sie ermöglichen Flugspaß bei kurzen oder langen Ausflügen und bieten bei stehendem Triebwerk passable Gleitflugeigenschaften.

Im Gegensatz zu Reisemotorseglern sind Segelflugzeuge mit Hilfsantrieb “reinrassige” Segelflugzeuge, die über ein Klapptriebwerk verfügen. Motor und Propeller sind normalerweise im Rumpf verstaut und werden nur bei Bedarf ausgefahren. Solche “Klapptriebwerkler” können, auch wenn das Wetter bzw. die Thermik mal nicht mehr mitspielt, den Heimflug auf einem Streckenflug sichern und so eine Außenlandung vermeiden. Unsere in 2008 angeschaffte DG1000T ermöglicht genau so den stressfreien Einstieg in den Streckensegelflug.

Bei uns kann man die Ausbildung oder Umschulung für die Lizenz zum Fliegen von Motorseglern beider Klassen absolvieren.

Falls Sie Fragen haben, schauen Sie sich die FAQs zum Motorsegelfliegen an oder sprechen Sie uns an!


Was genau ist eigentlich ein Motorsegler?

Wie der Name schon sagt, ist ein Motorsegler eine Mischung aus Motor– und Segelflugzeug.

 

Bildergebnis für klapptriebwerk segelflugzeug

Es handelt sich um ein Flugzeug, das sowohl motorisiert als Reiseflugzeug genutzt werden kann als auch mit stehendem Triebwerk passable Gleiteigenschaften für den Segelflug besitzt. Natürlich gibt es Flugzeuge, die mehr in die eine oder in die andere Richtung tendieren. So zum Beispiel Segelflugzeuge mit Klapptriebwerk, die hauptsächlich zum Segelflug genutzt werden und auch nicht immer aus eigener Kraft starten können. Der Motor dieser Flugzeuge wird in der Regel nur dann genutzt (ausgefahren), wenn die Aufwinde zu schwach geworden sind, um nach einem langen Streckenflug nach Hause zu kommen. Ein Beispiel für ein solches nicht eigenstartfähiges Segelflugzeug mit Hilfsantrieb ist die vereinseigene DG1000T. Diese Motorsegler können nach einer kurzen Einweisung mit einer Segelfluglizenz geflogen werden.

Auf der anderen Seite bietet der LSC Wuppertal seinen Mitgliedern auch zwei sogenannte Reisemotorsegler (FALKE  UND SUPER DIMONA). Hierbei handelt es sich um zweisitzige Flugzeuge, die ein fest eingebautes Triebwerk besitzen, aus eigener Kraft starten können und teilweise mit Motorflugzeugen vergleichbare Flugleistungen besitzen. Diese Reisemotorsegler können zwar auch bei stehendem Triebwerk noch passabel gleiten, die Leistungen sind allerdings nicht mit denen eines Segelflugzeuges zu vergleichen. In der Ausbildung gibt es zwei Möglichkeiten, die Lizenz für einen solchen Reisemotorsegler zu bekommen. Der Fußgänger durchläuft eine Motorflugausbildung mit dem Ziel, eine Privatpilotenlizenz PPL (JAR/FCL) mit der Klassenberechtigung für Reisemotorsegler zu erlangen. Die zweite Ausbildungsmöglichkeit bietet sich Segelfluglizenz-Inhabern. In diesem Fall werden viele Teile der Ausbildung verkürzt.

Wie läuft die praktische Ausbildung ab?

Zur praktischen Ausbildung gehören 45 Flugstunden.

Davon müssen mindestens 10 Stunden ohne Fluglehrer (Solo) geflogen werden.  Darin müssen wiederum mindestens 5 Stunden Überlandflug enthalten sein, einer davon mit einer Mindest-Flugstrecke von 270 km und zwei Landungen an anderen  Flugplätzen.

Weiterhin müssen im Rahmen der Ausbildung kontrollierte Flugplätze angeflogen werden. Im Rahmen der Ausbildung findet eine Einweisung in den Instrumentenflug und die Funknavigation statt.

Für die Schulung wird primär unser C-Falke  und ergänzend unsere Super Dimona eingesetzt.

Die praktische Prüfung bildet den Abschluss der Ausbildung. Der Flugschüler fliegt hierbei gemeinsam mit einem Prüfer ca. 60 Minuten – ähnlich wie bei der Fahrprüfung zum Führerschein.

Wie läuft die theoretische Ausbildung ab

Parallel zur praktischen Ausbildung findet die theoretische Ausbildung des Flugschülers statt.

Ein Teil des theoretischen Wissens wird direkt bei der praktischen Fliegerei vermittelt, um das Verständnis für die wichtigsten Zusammenhänge zu schaffen. Eine umfassende Theorieausbildung findet im Winterhalbjahr statt.

Hierbei werden die wichtigen Zusammenhänge aus einer Reihe von Fächern beleuchtet. Zu den Fächern zählen: Technik, Aerodynamik, Navigation, Meteorologie, Luftrecht, Verhalten in besonderen Fällen und menschliches Leistungsvermögen.

An dieser Stelle werden dem Flugschüler zwei Unterrichtsangebote gemacht. Zum einen ist das der vereinsinterne Unterricht, der die Themenkomplexe von Beginn an aufarbeitet und damit einen sehr guten Einstieg in die Materie bietet. Zum anderen wird eine jährlich im Frühjahr stattfindende zentrale Unterrichtsveranstaltung geboten, die alle Themengebiete im gesetzlich geforderten Umfang (80 Unterrichtsstunden) behandelt. Dieser Unterricht findet jeweils am Wochenende statt und wird zur direkten Prüfungsvorbereitung genutzt. Die theoretische Prüfung (Multiple Choice Verfahren) stellt den Abschluss der theoretischen Ausbildung dar.

Die theoretische Ausbildung lässt sich in ein bis zwei Wintern – je nach Vorwissen und Ambitionen – bewältigen. Begleitend zur Theorieausbildung wird ein Sprechfunklehrgang besucht und anschließend das Sprechfunkzeugnis (BZF) erworben.

Wie lange dauert so eine Ausbildung?

Die Erfahrungen haben gezeigt, dass bei regelmäßigem Training die Motorseglerausbildung im Vereinsrahmen in etwa zwei Jahren zu meistern ist.

Besonders wichtig ist hierbei, dass der Flugschüler möglichst häufig bei geeignetem Wetter am Flugplatz ist und üben kann. Je länger die Pausen zwischen den Flügen werden, desto schneller verlernt der Flugschüler und desto länger streckt sich die Gesamtausbildung.

Die Flexibilität in der Motorseglerausbildung ist recht hoch, da auch Flugbetrieb in der Woche möglich ist. Viele unsere Fluglehrer sind nach Absprache in der Woche verfügbar. Die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, dass die Fliegerei in der Woche sogar Vorteile birgt, da deutlich weniger Betrieb am Flugplatz herrscht, was besonders dem Anfänger hilft, sich besser auf das Flugzeug zu konzentrieren.Es finden zurzeit etwa 2/3 der Motorseglerausbildung in der Woche statt.

Der Motorsegelflug ist nicht völlig wetterunabhängig. Sind die Sichten zu schlecht, der Wind zu stark oder regnet es, kann nicht geflogen werden. Ansonsten gibt es keine Bindung an Jahreszeiten. Geflogen wird bei passendem Wetter nach Absprache mit dem Fluglehrer das ganze Jahr.

Besonders schnell und effektiv können Flugschüler im Rahmen von Kompaktlehrgängen lernen. In den Sommerferien veranstaltet der Verein sein traditionelles zweiwöchiges Fliegerlager. Es findet auf einem fremden Flugplatz in einer für Flieger interessanten Gegend statt.

Was kostet die Ausbildung?

Die jährlichen Kosten für die Fliegerei im LSC Wuppertal setzen sich aus unterschiedlichen Beiträgen und Gebühren zusammen, wobei Jugendliche und Auszubildende bzw. Studenten durch reduzierte Beiträge gesponsert werden.

Grundsätzlich gilt, dass Fluglehrer, Flugleiter und alle anderen für die Flugausbildung nötigen Personen ehrenamtlich arbeiten. Dadurch und durch den großen Teil der Eigenleistung bei der Wartung unserer Flugzeuge und des Fluggeländes können die Kosten vergleichsweise gering gehalten werden.

Rechnet man alle anfallenden Kosten für die Fliegerei zusammen so ergibt sich während einer zweijährigen Motorseglerausbildung für Jugendliche und Auszubildende ein Gesamtbetrag von etwa 4000 Euro (entspricht etwa 170 Euro pro Monat) und für Erwachsene ein Gesamtbetrag von etwa 5000 Euro (entspricht etwa 200 Euro pro Monat). In diesen Kosten ist eine durchschnittliche Ausbildungsdauer von zwei Jahren zugrunde gelegt und sämtliche Vereinsbeiträge, Fluggebühren, Prüfungsgebühren und sonstige Kosten berücksichtigt.

Bei der zugrundeliegenden Flugstundenzahl handelt es sich um die gesetzlich geforderte Mindeststundenzahl, die von Fall zu Fall auch überschritten werden kann. Eine Beispielrechnung für die Ausbildungskosten für Erwachsene ist hier  zu finden  . Eine komplette Preisliste und weiteres Material des LSC Wuppertal können Sie hier finden.

Wie geht es danach weiter?

Als Inhaber der Privatpilotenlizenz PPL (JAR/FCL) mit der Klassenberechtigung für Reisemotorsegler können Sie Reisemotorsegler im In- und Ausland fliegen. Die Lizenz kann später mit überschaubarem Aufwand um weitere Klassenberechtigungen (zum Beispiel für zwei- und viersitzige Motorflugzeuge) erweitert werden.

Die Klassenberechtigung für Flugzeuge bis zu einem zulässigen Abfluggewicht von zwei Tonnen kann bei uns im Verein erworben werden. Es stehen dem Piloten dann zwei weitere Vereinsflugzeuge zur Verfügung (DR400RP  und DR400). Damit sind erlebnisreiche Reisen nicht mehr nur zu zweit sondern zu viert möglich.

Eine weitere Möglichkeit ist der Einstieg in die Segelfliegerei. Wer den Motorsegelflug bei uns im Verein gelernt hat, ist im Laufe seiner Ausbildung bereits mit der Segelfliegerei in Berührung gekommen. Sei es durch Flüge mit stehendem Triebwerk bzw. durch Flüge in reinen Segelflugzeugen, die auch zur Motorseglerausbildung zählen, oder durch den Kontakt zu anderen Vereinsmitgliedern. Jedem, den der direkte Wettstreit mit den Elementen (Auf- und Abwinde) beim Segelflug reizt, wird nach erfolgreicher Motorseglerausbildung ein vereinfachter Weg in den Segelflug geboten.

Kann ich auch einmal unverbindlich 'hineinschnuppern'?

Wer am Motorsegelflug oder auch an der Motorseglerausbildung interessiert ist, sich aber nicht ganz sicher ist, ob dieser Sport oder aber auch der LSC Wuppertal das Richtige für ihn ist, der hat die Möglichkeit, im Rahmen eines Schnupperkurses bei uns beides kennenzulernen.

Unser Schnupperkursangebot enthält 5 Starts in einem unserer Reisemotorsegler zusammen mit einem Fluglehrer. Ziel ist es, dass der „Schnupperer“ in dieser Zeit möglichst viel selbst fliegt und damit intensive Eindrücke und Erlebnisse sammeln kann. Die Starts finden dabei im Rahmen unseres Flugbetriebes, also in der Regel an Wochenenden und Feiertagen, nach Absprache aber auch in der Woche statt.

Die Kosten für einen Schnupperkurs im Motorsegelflug betragen 250 Euro. Ansprechpartner ist der Cheffluglehrer.

Mit welchem Alter kann ich beginnen?

Die Ausbildung zum Reisemotorseglerpiloten kann mit 16 Jahren begonnen werden. Mit 17 Jahren kann die Lizenz ausgestellt werden.